Aktivitäten

Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien (BAG KT) zur Erstfassung einer Richtlinie zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik

Donnerstag, 20. Februar 2020

Psychosoziale Therapien bleiben unberücksichtigt

Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sind wichtige Arbeitsfelder für Künstlerische Therapeutinnen und Therapeuten. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die spezifischen Möglichkeiten der Kunst‐, Musik, Tanz und Theatertherapie, die diese besonders für verbal nicht gut erreichbare Patient*innen bieten, wesentlich weiterentwickelt. Die Behandlung mit künstlerischen Mitteln und Prozessen konnte ihre spezifische Wirkung in zahlreichen Studien belegen und wurde deshalb auch in relevanten Leitlinien verankert. Parallel entwickelten sich auch Ausbildungen und qualitätssichernde Aktivitäten der Berufs‐ und Fachverbände, so dass heute eine flächendeckende Versorgung mit qualifizierten Künstlerischen Therapeutinnen und Therapeuten sichergestellt ist.

Vom Richtlinienentwurf des Gemeinsamen Bundesausschusses (G‐BA) zur Personalausstattung in Psychiatrie, Kinder‐ und Jugendpsychiatrie sowie Psychosomatik erwartete schon vor der hinausgeschobenen Veröffentlichung des Textes niemand mehr die in vielfältigen Stellungnahmen vorgeschlagenen Verbesserungen. Für Künstlerische Therapien, andere Fachtherapien und Sozialdienste wurde aber über die allgemein kritisierten Punkte hinaus jegliche Verbesserung verhindert. Die Orientierung an AWMF‐ Leitlinien (z. B. S3‐Leitlinie Psychosoziale Therapie für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen) erfordert eine deutliche Anpassung der Personalressourcen und ist mit der verabschiedeten Richtlinie nicht zu realisieren.

Wie in anderen Berufsgruppen sind auch in den Fachtherapien und der Sozialen Arbeit die fachlichen Entwicklungen seit der Festlegung der ehemaligen Psych‐PV vor 30 Jahren vorangeschritten, die für eine verbesserte Versorgungsqualität in den Kliniken sorgen. Es ist daher weder nachvollziehbar noch fachlich erklärbar, warum die Personalzahlen und Regelaufgaben in diesen Berufsgruppen unverändert übernommen wurden.

Keine eigenen Personalvorgaben für Künstlerische Therapie – getrennt von Ergotherapie

Darüber hinaus hatten die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft und die Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien die Aufnahme einer eigenen Vorgabe für Personal der Künstlerischen Therapien (getrennt von der Ergotherapie) als vor dem GBA anhörungsberechtigte Fachgesellschaften empfohlen. Auch der Deutsche Verband der Ergotherapeuten hatte eine entsprechende Empfehlung abgegeben. In der nun veröffentlichten neuen Richtlinie bleibt die kritisierte Zusammenlegung der beiden Berufsgruppen weiter erhalten, ergänzt um eine Öffnung für weitere unter der Überschrift „Spezialtherapien“. Damit wird ohne sachgerechte Empfehlung jegliche Personalentscheidungen bzgl. dieser Berufsgruppen den zufällig in einzelnen Kliniken vorliegenden Gegebenheiten überlassen. Im Gegensatz dazu sind für Bewegungstherapie und Sozialdienste eigene Personalvorgaben in der neuen Richtlinie enthalten.

Abgesehen von der fehlenden Orientierung an Vorgaben ist der gewählte Begriff „Spezialtherapien“ ungeeignet und bereits innerhalb der Richtlinie in unterschiedlichen Definitionen verwendet. Damit wird Verwirrung geschaffen, statt für eine zeitgemäße Patientenversorgung klare Vorgaben zu erarbeiten.

Düstere Aussichten

Sollte der G‐BA auch bei der vorgesehenen Evaluation und Weiterentwicklung der Richtlinie weiterhin Fachkräfte für Fachtherapien und Soziale Arbeit ausschließen, so ist vorhersehbar, dass den Patient*innen weiterhin ein erheblicher Teil der aktuell verfügbaren und in Leitlinien vorgesehenen Behandlungsmöglichkeiten vorenthalten bleiben. Die zum Beispiel in der S3‐Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“ beschriebenen Tätigkeiten in den Bereichen der Künstlerischen Therapien, der Ergotherapie, der Bewegungstherapie und der Sozialen Arbeit finden sich in den aus der alten Psych‐PV übernommenen Regelaufgaben nicht wieder und sind offensichtlich auch in den nun festgelegten Minutenwerten nicht berücksichtigt. Wie unter diesen Rahmenbedingungen leitliniengerechte Behandlung in diesem Bereich geleistet werden soll ist nicht erkennbar.

So sehr auch wir die Anhebung der Zeiten für Psychotherapie begrüßen: die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre für andere Berufsgruppen zu ignorieren, zeugt nicht von sorgfältigem Erheben der entsprechenden Grundlagen und weckt den Verdacht einer Klientelpolitik, die Fachlichkeit eher nachrangig berücksichtigt. Die Richtlinie verhindert somit eine fachliche Weiterentwicklung der Psychiatrie und Psychosomatik in einem multiprofessionellen und am Bedarf der Patient*innen orientierten Sinne und verschärft die prekäre Versorgungssituation für psychisch Kranke und deren Angehörige.

Fazit

Es ist aus unserer Sicht mehr als bedauerlich, dass ein derartig aufwändiges Verfahren wie die Erarbeitung der Richtlinie durch den entsprechenden Unterausschuss des G‐BA zu so inkonsistenten, auch durch Hinweise in Stellungnahmen der entsprechenden Fachgesellschaften nicht korrigierten, Ergebnissen führen kann.

Als BAG KT bedauern wir sehr, dass die jetzt beschlossene PPP‐RL für die Patientinnen und Patienten bzgl. der Künstlerischen Therapien nicht nur zu keinen Verbesserungen, sondern de facto zu Verschlechterungen führen wird. Die Politik ist aufgefordert, hier rasch zu handeln und ein Umsteuern mit dem Ziel einer modernen und leitliniengerechten Behandlung unter Berücksichtigung handlungsorientierter Therapien sowie Teilhabe und Gesundheitskompetenz zu ermöglichen.

Dieser Beitrag als PDF: Stellungnahme der DMtG zum G-BA-Beschluss RL PPP 2019-12-17_

 

Einladung zum Abschlusstreffen in Berlin am 14.3.2020

Donnerstag, 23. Januar 2020

um 14-18 Uhr mit anschließendem Buffet

 

Netzwerk Gesundheitsfördernde Kulturarbeit
Kultur & Inklusion für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

zum Abschlusstreffen des 1- Jahres- Projekts für das Netzwerk Gesundheitsfördernde Kulturarbeit laden wir Sie wieder herzlich nach Berlin ein, im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstr. 30, mit uns zu diskutieren und zu feiern!

Das Projektteam stellt die Arbeit des vergangenen Jahres und die während des Pilotprojekts gesammelten Recherche- Ergebnisse und Erfahrungen vor. Aus verschiedenen Perspektiven geben im jeweiligen Bereich Tätige Einblick in ihre Erwartungen, Erfahrungen, Schwierigkeiten und Lösungsansätze bei der Entwicklung inklusiver Kulturarbeit und der Unterstützung der Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Anknüpfend an die schon vorhandenen guten Beispiele und die daneben festgestellten Schwierigkeiten bei einer bundesweiten Umsetzung werden anschließend Perspektiven für die weiter erforderliche Arbeit an den Zielen des Netzwerk- Projekts beschrieben.

Der Austausch unter Betroffenen, im Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie Tätigen und Kulturanbieter*innen zu Teilhabe am kulturellen Leben der Gesellschaft, Fragen zu Inhalten, Strukturen, Finanzierung entsprechender Kulturangebote, um den Zugang für Menschen mit psychischen Erkrankungen zu kulturellen Angeboten zu verbessern und Barrieren abzubauen, kann abends beim Buffet im Netzwerk weiter beraten werden.

Für das Projekt stehen Mittel der Aktion Mensch und der Andreas Tobias Kind Stiftung zur Verfügung. Damit haben wir die Möglichkeit, das Treffen kostenfrei zu organisieren.

Wir freuen uns auf Rückmeldungen und Anmeldungen zum Treffen!

Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 1.2.2020 unter info@bagkt.de an!

Netzwerk gesundheitsfördernde Kulturarbeit
Kultur & Inklusion für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Beatrix Evers- Grewe
Cornelia Schumacher
Petra Schrader
info@bagkt.de

Weitere Informationen: https://bagkt.de/wordpress/projekte

PDF: Einladung Netzwerktreffen Berlin

 

 

Netzwerktreffen am 30.11.2019 Netzwerk Gesundheitsfördernde Kulturarbeit

Montag, 18. November 2019

Netzwerk Gesundheitsfördernde Kulturarbeit:
Netzwerktreffen am 30.11.2019 von 12.00 bis 15.00 Uhr in Berlin

Zum zweiten Treffen des Netzwerks gesundheitsfördernde Kulturarbeit beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin laden wir Sie herzlich ein!

Der Austausch unter Betroffenen, im Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie Tätigen und Kulturanbieter*innen zu Teilhabe am kulturellen Leben der Gesellschaft soll bei diesem Treffen in Kurzreferaten zu Erfahrungen rund um das Thema Schwerpunkt sein. Anschließend können Fragen zu Inhalten, Strukturen, Finanzierung entsprechender Kulturangebote und mehr im Netzwerk bearbeitet werden. Bringen Sie gern evtl. vorhandenes Informationsmaterial für das gegenseitige Kennenlernen mit!

Für das Projekt stehen Mittel der Aktion Mensch und der Andreas Tobias Kind Stiftung zur Verfügung. Damit haben wir die Möglichkeit das Treffen kostenfrei zu organisieren. Wir wollen in einen Austausch darüber eintreten was erforderlich ist, um den Zugang für Menschen mit psychischen Erkrankungen zu kulturellen Angeboten zu verbessern und Barrieren abzubauen. Kontaktadressen zu geeigneten Kulturveranstalter*innen möchten wir gern gemeinsam für alle Interessierten leicht zugänglich machen, zum Beispiel über einen Anhang zum DGPPN Teilhabekompass sowie Präsenz im Internet.

Die Veranstaltung findet im CityCube, Raum M2, Messedamm 26, 14055 Berlin statt. Als Anlage erhalten Sie die Planung des Treffens im Kontext des DGPPN- Kongresses. Wir freuen uns auf Rückmeldungen und Anmeldungen zum Treffen!

Bitte melden Sie sich bis spätestens 21.11.2019 an, damit wir für alle, die nicht beim DGPPN- Kongress teilnehmen, rechtzeitig Gastkarten für freien Zugang zum Netzwerktreffen reservieren können!

Einladung Netzwerktreffen
Tagesordnung Netzwerktreffen DGPPN
Infos zum Netzwerk

 

Die BAG KT auf dem DGPPN-Kongress 2019

Dienstag, 29. Oktober 2019

27. – 30.11.2019 City Cube Berlin
Besuchen sie den Stand der BAG KT im Rahmen des DGPPN Referats Gesundheitsfachberufe mit der Standnummer N.23 in Halle B!

Die Künstlerischen Therapien sind u.a. in folgenden Veranstaltungen vertreten:

PDF: Veranstaltungen GFB DGPPN Kongress 2019

 

 

KreativtherapieTage 2019

Dienstag, 16. Juli 2019

Zu einer Fachtagung im LVR-Klinikum Düsseldorf am 14. und 15. November 2019 sind alle Künstlerischen Therapeutinnen und Therapeuten herzlich eingeladen.

Das Thema „Tapetenwechsel – Innere und äußere Räume der Künstlerischen Therapien“ wird an beiden Tagen sowohl in Vorträgen als auch in intensiven Workshops bearbeitet. mehr

Bitte melden Sie sich bis spätestens 05. November 2019 (Anmeldeschluss) mit diesem Online-Anmeldeformular an:

  • per Mail an tagung@bagkt.de
  • per Post an Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien (BAG KT), Benedikt-Hagn-Straße 5 B, 80689 München

 

Downloads:

Anmeldeformular

Flyer

 

 

Call-For-Papers

Mittwoch, 6. Februar 2019

KreativtherapieTage 2019

Am 14. und 15. November 2019 finden die „LVR-KreativtherapieTage 2019“ in der LVR-Klinik Langenfeld im Rheinland mit dem Titel

„Tapetenwechsel“
Innere und äußere Räume der künstlerischen Therapien

statt.

mehr (PDF anzeigen)

 

Empfehlung für die Formulierung eines Berufsbilds „Künstlerische Therapeutin/Künstlerischer Therapeut“ einstimmig angenommen!

Donnerstag, 8. November 2018

Nach mehrmonatiger Formulierungs- und Abstimmungsarbeit ist auf der Mitgliederversammlung der BAG KT am 15. September 2018 ein Dokument mit konsentierten Formulierungen einstimmig von allen 9 Mitgliedsverbänden verabschiedet worden.
Das Konsenspapier enthält neben Verweisen auf den Stand der Etablierung Künstlerischer Therapien im Gesundheitswesen eine Auflistung von Kompetenzen, die für eine professionelle therapeutische Tätigkeit unabdingbar sind.
Um auf künftige berufspolitisch relevante Entwicklungen vorbereitet zu sein, wurden darin die Formulierungen an den Deutschen Qualifikationsrahmen angepasst und ein Mindestniveau für die Ausbildung auf DQR 6 festgelegt.
Die konkreten Inhalte werden im nächsten Halbjahr mit Ausbildungs- und weiteren Praxisvertretungen abgestimmt.
Eine Veröffentlichung ist für 2019 geplant.

 

Die BAG KT auf dem DGPPN-Kongress 2018

Mittwoch, 13. Juni 2018

28.11 – 01.12.2018 CityCube Berlin
Besuchen sie den Stand der BAG KT im Infobereich des DGPPN Referats Gesundheitsfachberufe (Stand Nr.19) in Halle B!

Die Künstlerischen Therapien sind u.a. in folgenden Veranstaltungen vertreten:
Symposium
Sitzungstitel: The future of the art therapy
1. Vorsitzender: Seifert, Kathrin
2. Vorsitzender: Becker, Thomas

 

Die BAG KT auf dem XVII World Congress of Psychiatry

Freitag, 21. Juli 2017

World Psychiatric Association
XVII World Congress of Psychiatry

8.-12. Oktober 2017, Berlin, CityCube

Besuchen Sie den Stand der BAG KT im Infobereich des DGPPN Referats Gesundheitsfachberufe (Stand Nr. 15/16) in Halle B!

Die Künstlerischen Therapien sind u.a. in folgenden Veranstaltungen vertreten:

Arts therapies – an international overview
Chair: Kathrin Seifert, Bonn
Co-Chair: Thomas Becker, Günzburg

Challenging research in the arts therapies – new results and implications for art, music, dance and drama therapy
Chair: Karin Dannecker, Berlin
Co-Chair: Susanne Bauer, Berlin

 

 

Künstlerische Therapien auf dem DGPPN-Kongress

Montag, 21. November 2016

Vom 23.- 26. November 2016 findet der Kongress der DGPPN im CityCube Berlin statt. Diesjähriges Thema des größten europäischen Fachkongresses zur psychischen Gesundheit ist „Psyche – Mensch – Gesellschaft“.

Besuchen Sie den Stand der BAG KT im Infobereich des DGPPN Referats Gesundheitsfachberufe (Stand Nr. 15/16) in Halle B!

Die Künstlerischen Therapien sind u.a. in folgenden Veranstaltungen vertreten:

25.11.2016 | 08:30 – 10:00 Uhr | New York 3
S-107 Klinische Empfehlungen für psychosoziale Interventionen bei Demenz: Evidenz und Erfahrung unter Vorsitz von Dr. Kathrin Seifert (Bonn) mit Beiträgen u.a. zu Kunst- und Musiktherapie

25.11.2016 | 17:15 – 18:45 Uhr
S-172 Spezialtherapien in der psychiatrischen Versorgung – Zukunft gestalten mit neuen Arbeitsformen

26.11.2016 | 13:30 – 15:00 Uhr | Saal A7
S-194 Ars Psychiatrica – Ästhetik in der Psychiatrie mit einem Vortrag u.a. von Prof. Dr. Thomas Fuchs (Heidelberg) zum Thema „Kunst und Freiheit – Überlegungen zum Wirkmodus von Kunsttherapie“

24.11.2016 | 13:30 – 15:00 Uhr | Helsinki 1/2
Poster-Session P-01 Alzheimer-Demenz mit einem Poster von Petra Heymann (Nürtingen)
011 –Demenzfrüherkennung anhand des kreativen digitalen Zeichenprozesses